ENGLISH VERSION BELOW Gemeinsame Studie der Goethe-Universität, des TechQuartiers und der Yi Shi Foundation zeigt Bedeutung von Authentizität, transparenter Mitarbeiterführung und Kultur des Scheiterns auf. __

Scale-ups: Erfolgsfaktoren wachstumsstarker Unternehmen

FRANKFURT. Scale-ups sind wachstumsstarke Unternehmen, die für 80 Prozent der Gesamteinnahmen von innovativen Unternehmen verantwortlich sind und somit überproportional zur Schaffung von Arbeitsplätzen, Steuereinnahmen und allgemeinem Wohlstand beitragen. Gleichzeitig ist die Erfolgsquote von Scale-ups erschreckend gering, nur 4 Prozent der überlebenden Start-ups schaffen die Transformation zu einem Scale-up. Dies führt zu der Frage, wie Startups Wachstumsherausforderungen systematisch überwinden können. „Scale-ups in Europe: an untapped potential“ ermöglicht als erste Studie dieser Art eine ganzheitliche Sicht auf die wichtigsten Erfolgsfaktoren von europäischen Scale-ups. Entstanden ist die Untersuchung in Zusammenarbeit der Goethe-Universität Frankfurt mit der Yi Shi Foundation und der Innovationsplattform TechQuartier. „Der Universität ist im Zuge von Third Mission die Gründerkultur ein wichtiges Anliegen, denn mit Start-ups fließen Ideen und Innovationen von der Hochschule in die Gesellschaft. Mit der Studie erhalten wir wichtige Einblicke in Erfolgsfaktoren von jungen und innovativen Unternehmen“, sagt Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität. Die Studie konzentriert sich insbesondere auf die Wachstumsherausforderungen von europäischen Scale-ups und die Ergebnisse der Studie untergliedern sich sowohl in interne als auch externe Erfolgsfaktoren. Zu den externen Faktoren zählen insbesondere ein vereinfachterer Zugang zum gesamteuropäischen Markt sowie ein kohärentes Verständnis der europäischen Start-up-Landschaft. „Um ein konkurrenzfähiges europäisches Start-up-Ökosystem zu schaffen, dürfen wir uns nicht nur auf die Masse und Quantität an Startups konzentrieren. Wir müssen uns vielmehr auf die menschlichen Schlüsselkompetenzen des wachstumsstarken Unternehmertums konzentrieren, um die europäische Gesellschaft in die Zukunft zu führen“, betont Dr. Thomas Funke, Co- Direktor TechQuartier. Hinsichtlich des Wirtschaftsraumes Frankfurt/Rhein-Main zeigt die Studie ein weiterhin stetiges Wachstum des Ökosystems mit aktuell ca. 400 Start-ups im Gründerökosystem auf; ca. 55 Prozent der Start-ups sind im B2B-Bereich, 37 Prozent im B2C-Bereich und 9 Prozent sowohl im B2B- als auch im B2B-Bereich tätig. Zu den drei wichtigsten internen, das heißt vom Startup beeinflussbaren Erfolgsfaktoren, gehört Authentizität: Wachstumsorientierung alleine reicht nicht aus. Es muss eine Passung zwischen der Vision der Gründer und ihrem alltäglichen Verhalten und der Kommunikation gegeben sein. Authentizität ist eine Grundlage für Mitarbeiterbindung, -motivation und Glaubwürdigkeit. Gründer und CEOs, die als Vorbild für unternehmerisches Denken und Handeln fungieren, helfen dem aufstrebenden Team selbst eine proaktive und kreative Denkweise und Handlungskultur zu entwickeln. Mit Data Driven Leadership ist eine transparente Mitarbeiterführung und Nähe der Gründer zum operativen Gründungsgeschehen angesprochen. Indem mit modernen Mitteln dem gesamten ´Team alle entscheidungsrelevanten Daten zugänglich gemacht und Einblicke gewährt werden,werden Mitarbeiter in der Phase großer Unsicherheit befähigt Eigeninitiative zu ergreifen. Indem die Gründer dem Unternehmen und jedem Mitarbeiter zugänglich bleiben und Nähe zu den Mitarbeitern bieten, wird die Projektentwicklung, die interne Kommunikation, die persönliche Entwicklung sowie die Mitarbeiterbindung gefördert. Schließlich ist eine Culture of Failure, eine Kultur des möglichen Scheiterns, notwendig, um schnell neue Erkenntnisse erlangen zu können. Führungskräfte, die ihrer Konkurrenz voraus sein wollen, müssen schnell und oft experimentieren. Das bedeutet auch, dass es innerhalb eines Teams möglich sein muss, Fehler zu machen, auch um neue Erkenntnisse über nicht funktionierende Geschäftsmodelle und -techniken zu erlangen. Zur Methodik: Für diese Studie wurde ein vielschichtiger Forschungsansatz gewählt. Dazu gehören die Auswertung bereits bestehender wissenschaftlicher Arbeiten, die Erhebung von Primärdaten, eine detaillierte Sekundärdatenanalyse sowie die Durchführung von Einzelinterviews. Den Grundstein für diesen Bericht legten neun einzelne wissenschaftliche Arbeiten in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt. Im Rahmen dieser Arbeit wurden mehr als 34 Experteninterviews mit Interviewpartnern aus der Region Frankfurt Rhein- Main, aus ganz Deutschland und Europa sowie aus den USA und China durchgeführt. Die Mehrheit dieser Interviews wurde mit Start-ups oder Scale-Up-Gründern und CEOs geführt, der Rest mit Start-up-Mitarbeitern, die bereits Erfahrungen in Start-up- oder Wachstumsunternehmen gesammelt haben und somit als Scaling Experten bezeichnet werden können. Im Rahmen der Studie wurden Daten von rund 400 Start-ups in der Region Frankfurt am Main gesammelt, was somit die bisher größte Unternehmensumfrage unter Start-ups in der Region darstellt. Für die Sekundärdatenanalyse wurde auch auf die proprietäre Datenbank von Startup Genome zurückgegriffen, welche mit Umfragedaten von fast einer halben Million Unternehmen und Start-ups und über 12.000 Ökosystem-Stakeholder weltweit dienen kann. Die Studie „Scale-ups in Europe: an untapped potential“ ist online unter http://scaleupsineurope.techquartier.com abrufbar. _________________________________________________________ Kontakt: Dr. Thomas Funke, FinTech Community Frankfurt GmbH – TechQuartier –. Tel. (+49) 174-3011000; Email: thomas.funke@gmail.com TechQuartier (TQ) wurde im Dezember 2016 gegründet und ist ein in Frankfurt ansässiger Startup-Hub sowie eine branchenübergreifende Innovationsplattform. Mittlerweise hat sich das Unternehmen als wichtigster Zugangspunkt zum lokalen FinTech-Cluster etabliert und agiert als Anlaufstelle für heimische Startups, die ihre Geschäfte ausweiten wollen, aber auch für Unternehmen, die eine Zusammenarbeit suchen und darauf abzielen, ihr revolutionäres Potenzial optimal zu nutzen. TQ bietet ein umfassendes Innovationserlebnis, das sich aus flexiblen Coworking-Bereichen an 4 Standorten, Acceleration-Programmen, Community-Events, Matchmaking mit Unternehmen und Investoren sowie einem Zugang zu einem internationalen Netzwerk aus Partner-Hubs zusammensetzt. TechQuartier und Frankfurt sind im Rahmen der Digital Hub Initiative (de:hub) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gemeinsam als Fintech-Hub Deutschlands gekürt worden. Für mehr Informationen: techquartier.com | Twitter/Facebook @TechQuartier. Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de) KONTAKT: Herausgeber: Die Präsidentin Redaktion Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & und Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main Telefon (069) 798–13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de, www.uni-frankfurt.de ______ February 7th, 2019 /

Scale-ups: Success factors for high-growth companies

A joint study by Goethe University, TechQuartier and the Yi Shi Foundation shows the importance of authenticity, transparent leadership and a culture of failure. FRANKFURT: Scale-ups are high-growth companies that account for 80 percent of the total revenues of innovative companies and thus contribute disproportionately to the creation of jobs, tax revenues and general prosperity. At the same time, the success rate of scale-ups is alarmingly low; only 4 percent of surviving start-ups manage the transformation to a scale-up. This leads to the question of how start-ups can systematically overcome growth challenges. “Scale-ups in Europe: An untapped potential” is the first study of its kind to provide a holistic view of the most important success factors of European scale-ups. The study was developed in cooperation with the Goethe University Frankfurt, the Yi Shi Foundation and the innovation platform TechQuartier. “As part of its Third Mission, the university attaches great importance to the founding culture, because ideas and innovations flow from the university into society through start-ups. The study provides us with important insights into the success factors of young and innovative companies,” says Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vice President of the Goethe University. The study focuses in particular on the growth challenges of European scale-ups and the results of the study are subdivided into both internal and external success factors. External factors include in particular easier access to the pan-European market and a coherent understanding of the European start-up landscape. “In order to create a competitive European start-up ecosystem, we must not focus solely on the number and quantity of start-ups. Rather, we must concentrate on the key human competencies of high-growth entrepreneurship in order to lead European society into the future,” stresses Dr. Thomas Funke, Co-Director of TechQuartier. With regard to the economic area Frankfurt/Rhine-Main, the study shows continued steady growth of the ecosystem with currently approx. 400 start-ups in the founding ecosystem; approx. 55 percent of the start-ups are active in the B2B sector, 37 percent in the B2C sector and 9 percent in both the B2B and B2B sectors. One of the three most important internal success factors, i.e. factors that can be influenced by the start-up, is authenticity: growth orientation alone is not enough. There must be a fit between the founders’ vision and their everyday behaviour and communication. Authenticity is a basis for employee loyalty, motivation and credibility. Founders and CEOs who act as role models for entrepreneurial thinking and action help the aspiring team to develop a proactive and creative way of thinking and acting. Also, data driven leadership, transparent leadership and proximity of the founders to operations founding process are addressed. By providing the entire team with access to all decision-relevant data and insights by modern means, employees are enabled to take initiative in the phase of great uncertainty. By keeping the founders accessible to the company and every employee and offering proximity to those same employees, project development, internal communication, personal development and employee retention are promoted. Finally, a culture of failure is necessary to quickly gain new insights. Managers who want to stay ahead of their competitors need to experiment quickly and often. This also means that it must be possible to make mistakes within a team, also in order to gain new insights into non-functioning business models and techniques. Methodology: A multi-layered research approach was adopted for this study. This includes the evaluation of existing scientific work, the collection of primary data, a detailed secondary data analysis and the conduct of individual interviews. The foundation stone for this report was laid by nine individual scientific papers in cooperation with the Goethe University Frankfurt. More than 34 expert interviews were conducted with interviewees from the Frankfurt Rhine-Main region, from all over Germany and Europe as well as from the USA and China. The majority of these interviews were conducted with start-ups or scale-up founders and CEOs, the remainder with start-up employees who have already gained experience in start-up or growth companies and can thus be described as scaling experts. The study collected data from around 400 start-ups in the Frankfurt am Main region, making it the largest business survey of start-ups in the region to date. For the secondary data analysis, the proprietary database of Startup Genome was also used, which can serve with survey data from almost half a million companies and start-ups and over 12,000 ecosystem stakeholders worldwide. The study “Scale-ups in Europe: An untapped potential” is available online at http://scaleupsineurope.techquartier.com Contact us: Dr. Thomas Funke, FinTech Community Frankfurt GmbH – TechQuartier -. (+49) 174-3011000; Email: funke@techquartier.com