A few words from the team in light of the recent tragedy in Hanau

”We are shocked with what just happened in Hanau. So close to what we call our home. So close to TechQuartier. We are stunned, but we are not speechless. At TechQuartier, we strive to be a community with innovations and perspectives you won’t find anywhere else. As a company, we believe that diverse perspectives deepen our understanding of complex issues, and great ideas can change the world when you create a welcoming space for them. Diversity for us includes, but is not limited to, gender, ethnicity, race, culture, socio-economic background, religion, age, country of origin, primary language, sexuality, political preference, education, and so on.

In the past year, we have gone through lots of changes but we’ve always tried to remain constant in our commitment to diversity and inclusion. We’re dedicated to building a team that not only embraces but seeks out a diverse group of people. We’re committed to being a place that welcomes and includes all the things that make each of us unique.

We hope that many of you can relate to that and invite everybody to help us build a world that embraces these values.” – Thomas F.

“Most of the times we don’t think that we are affected by topics such as racism and social inequality, but if we are honest towards ourselves and people around us there are so many situations where it has impact how we treat each other, talk to or tolerate each other. – every day! TQ stands for international connections and collaboration – and thats what we try to bring to our community and our people!” – Miriam U.

”Events like the one two days ago are a reminder that you can never drop your guard or remain silent against bigotry, extremism and intolerance. I have been blessed at TechQuartier to find myself surrounded by people who share the same values of inclusion than me, who celebrate diversity as a source of strength and not division. This massacre goes against everything we are, everything we stand for and are trying to build. It has stimulated spirited discussion about the type of action we could take, as a company, to stand up to the hate that lies behind those terrible actions. For now, we are expressing our sorrow and anger in a simple blog post. It does feel though like it has awaken something; the realisation that we cannot take those values of diversity for granted. Ever.” – Hugo P.

”What just happened in Hanau is so unbelievable and unreal to me…I grew up in the neighboring town and went to school in Hanau. The fact that such a horror is so close and happens right next to us, shows once more that we shouldn’t look away, face the fear and not tolerating such behavior by creating a world without racism and intolerances. I am happy to work in an environment, where are so many different people every day – there is no room for racism. Who cares where we come from? Where which borders are drawn? In the end we all humans and can learn so much from each other! #hanaubleibtbunt” – Anna J.

Standpunkt zu den Ereignissen von Hanau und zu Rassismus im Allgemeinen - Dominik Zborek

Wer Rassismus als freie Meinungsäußerung versteht, der hält eine Diktatur auch für rechtmäßig, solange sie nur demokratisch gewählt wurde.

Es gibt keine Rassen.

Wir entspringen alle einem Genpool, der uns viel mehr verbindet als das er uns trennt. Das Konstrukt der Rassen ist ein künstliches. Der Mensch ist tausende von Jahren alt. Die Biologie lehrt uns, dass Diversität im Genpool sogar stark von Vorteil ist. Monokulturen, sowohl genetisch als auch kulturell, sind häufig von geistiger und gesundheitlicher Armut geprägt. Monokultureller Ackerbau führt beispielsweise zur Verarmung der Biodiversität und zu einem Vogel- und Insektensterben weltweit.

Jeder von uns trägt das Erbgut vieler Ethnien aus den verschiedensten Teilen dieses Planeten in sich. Das zeigt mehr als deutlich, dass die Geschichte der Menschheit eine Geschichte von Flucht aufgrund von Krieg, Leid, Hunger oder Verfolgung ist, bei der Individuen immer wieder ihre Heimat verlassen mussten, und bei der es immer wieder zur Begegnung zwischen einzelnen Stämmen und Völkern kam.

So etwas wie einen „Bio-Deutschen“ gibt es nicht.

So etwas, wie einen „reinen“ Amerikaner gibt es nicht.

Die Ereignisse vom 19.2.2020 in Hanau sind nur ein weiterer Einschnitt in die bereits tiefe Wunde, die der Rassismus in unsere Gesellschaft gerissen hat.

Für viele Rassisten würde ich wahrscheinlich als “Bio-Deutscher” gelten. Meine Eltern sind beide deutsch, bzw. das, was man im Allgemeinen darunter versteht. Jedoch gibt es keine Familiengeschichte ohne externe Einflüsse. Die Familie meiner Mutter wurde vor über 300 Jahren aus Südfrankreich vertrieben – aufgrund ihrer Religion. Sie waren protestantisch in einem katholischen Kaiserreich. Sie suchten Schutz in den Gebieten südlich des heutigen Frankfurts. Damals – es gab noch kein geeintes Deutschland, sondern lediglich einen losen Bund von Fürstentümern unter der Schirmherrschaft der Kirche (heiliges römisches Reich deutscher Nation) – waren selbst unterschiedliche Sprachen noch gang und gäbe. Mein Vater ist schlesischer Abstammung. Schlesien, ein Gebiet, das im Laufe der Jahrhunderte abermals die Zugehörigkeit wechselte, ist ein Paradebeispiel für verschiedene Einflüsse, sowohl kulturell als auch genetisch. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, die eine rassistische Diskriminierung rechtfertigen könnten. Und außerdem: Wer würde heute noch “nur” deutsches Essen zu sich nehmen wollen? Nur deutsche Rezepte kochen? Nur in Deutschland vereisen? Im Winter nur deutsches Gemüse (Kohl!) essen wollen?

Selbstverständlich müssen wir die Ängste der Menschen in Armut ernst nehmen. Die Abgehängten, die von der Politik Vergessenen und Alleingelassenen.  Aber wir müssen das tun, indem wir ihnen eine Perspektive eröffnen und nicht ihre Ängste stärken. Wir müssen ihre Bedenken zerstreuen, sie aus dem Loch zurückholen. Einem Depressiven hilft man nicht, in dem man seine Ängste ernst nimmt und gleichzeitig vom Tod erzählt. Ohne konkrete Maßnahmen und Standpunkte wird es kaum möglich sein, diesen Menschen einen Ausweg aus ihrem Denken aufzuzeigen.

Wir als Mitglieder des TechQuartiers haben glücklicherweise, auch oder sogar nur wegen der Art unsere Arbeit, eine sehr diverse Gemeinschaft hervorgebracht. Sie ist nicht perfekt: Es mangelt an weiblichen Gründerinnen, an GründerInnen mit Migrationshintergrund, an diverseren Teams. Nichtsdestotrotz ist die unsere Community durch den globalen Austausch gekennzeichnet. GründerInnen und Startups aus aller Welt kommen nach Frankfurt und regionale Teams reisen in die Welt, um von neuen Entwicklungen zu lernen, eine Zukunft zu denken und dann zu guter Letzt zu realisieren. Das TechQuartier-Team selbst ist multikulturell und international. Ein gutes Drittel meiner KollegInnen ist nicht in Deutschland geboren. Unsere Aktivitäten zielen darauf ab, Lösungen für jedes Problem zu finden, sei es noch so komplex. Diese Lösungen können wir nicht nur regional oder national finden, wir brauchen die Impulse aus aller Welt, um für immer komplexere Probleme immer passendere Lösungen zu entwickeln.

Wer mit uns arbeiten möchte, dem hören wir gerne zu. Wir hören uns die Sorgen und Ängste an. Wir versuchen, für alles einen gangbaren Weg zu finden. Aber wir tolerieren keinen blanken Hass gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen, Minderheiten, Religionen oder Geschlechter.

Die beste Idee gewinnt, nicht die lauteste.

Unsere Expertise liegt im unternehmerischen und technischen Wissen. Aber ein offenes Ohr zu haben ist die Aufgabe eines jeden Demokraten. Eines jeden Weltbürgers. Den Demagogen einen Raum zu bieten, ihnen zuzuhören und ihre Agenda zu teilen, jedoch nicht. – Dominik Z.